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Archive for the ‘Zeug zu spielen’ Category

Warum ich Warcraft 3 nicht mag

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Packung Warcraft 3Warcraft 3 ist doof. Schreibe ich jetzt mal so nach etwa 7 Missionen der ersten Menschen-Kampagne. Das Spiel hat bei mir schon seit zwei Jahren herumgelegen und gewartet. Da ich ewig kein Strategiespiel mehr angefasst hatte, aber früher(TM) meinen Spaß an Westwoods Klassikern Command & Conquer 1 und 3 (und vorher Dune 2) hatte, und auch an Blizzards Warcraft 1 + 2 und Starcraft 1 (und anderes wie KKND), dachte ich, das würde mir schon gefallen. Natürlich haben sich die Zeiten ein bisschen geändert, und so ist das erste, was mir negativ auffällt, dass W3 keine FullHD-Auflösung unterstützt. Das heißt, es gibt zwar einen Patch, der die Pixel alle füllt, aber was von der Karte zu sehen ist, scheint mir genauso viel zu sein, als würde ich mit 480×600 Pixeln spielen. Die Kamera ist viel zu nah dran am Geschehen, ich mag’s lieber übersichtlich. Wofür habe ich schließlich den großen Monitor?

Sowohl Westwood wie Blizzard hatten neben den reinen Build&Rush-Missionen solche, die ich Action-Missionen nennen würde: kein Einheiten-Nachschub, keine Basis, dafür ein Laufziel und irgendwelche gescripteten Ereignisse. Zum Glück waren die immer in der Minderzahl. Bei W3 sind allerdings auch die Missionen mit Basis solche Action-Missionen mit gescripteten Ereignissen. Bin mir nicht sicher, ob das damit zu tun hat, dass das Spiel eine Geschichte erzählen will, oder mit dem Bemühen der Missionsdesigner, möglichst viel Abwechslung und Spannung zu bieten. Was die Geschichte angeht, so könnte die sicher auch anders erzählt werden (das war an C&C doch das schönste, die Filmsequenzen bei Missionsabschluss und Briefing), aber W3 tut’s eben so, in die Handlung eingebaut. Und das führt mich zu meinem dritten, ausschlaggebenden Kritikpunkt:

Die Geschichte ist doof! Das an Helden orientierte Erzählen legt nahe, sich mit diesen zu identifizieren. Wenn die dann aber, um die Handlung fortzuführen, Entscheidungen treffen, mit denen ich mich nicht identifiziere, warum sollte ich dann ihre Rolle weiter ausführen wollen? Wenn Jung-Arthas sich entscheidet, statt nach Alternativen zu suchen, die Einwohner seines Landes zu meucheln, damit sie nicht zur Munition der Untoten-Horde werden, dann ist das eine Entscheidung, die mein Held nicht getroffen hätte. Darum entsteht ein Missverhältnis zwischen der Art, wie die Geschichte erzählt wird, nämlich: als wäre sie eine Rollenspiel-Geschichte, und dem, worum es tatsächlich geht. Und darum verkommt auch die Strategie zum Actiongeklicke auf unübersichtlicher Nahkarte.

Nebenbei: Die Rolle des Propheten wird ja, vielleicht, im späteren Handlungsverlauf noch irgendwie erklärt. Bis jetzt ist das nicht passiert, und darum scheint mir die Reaktion aller Leute, die der Prophet anspricht, auch völlig naheliegend. Er sagt Ihnen: „Die Rettung Eures Volkes liegt im Westen! Lasst alles stehen und liegen und geht dahin!“ Dann fragen alle: „Wer bist Du? Woher weißt Du das?“ Und statt ihnen eine vernünftige Antwort zu geben, also Glaubwürdigkeit aufzubauen, wiederholt er nur sein Sprüchlein, um danach resigniert die nächste Fraktion zu warnen. — So hölzern die Figuren überhaupt sind, dieses Abwarten scheint mir völlig logisch!

Written by redeni

Mai 13, 2011 at 15:31

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Erinnerungen an Fallout: The Fall. Last days of Gaia.

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Zugegeben, ich profitiere gern von der Arbeit anderer. Das merke ich beim Walkthrough-Suchen. Irgendwie habe ich es schon lange nicht mehr geschafft, ein rollenspielähnliches Game allein fertigzukriegen.

Dabei hat es mit The Fall eigentlich ganz gut angefangen. Aber dann wusste ich nicht, was die letzten beiden Schlagzeilen beim Reporter werden sollen. Nachlesen im Walkthrough zeigt: Man findet nur alle Quests, wenn man jeden Quadratzentimeter der jeweiligen Karte absucht und mit allen spricht. Dazu habe ich bei so einem Spiel aber keine Lust, zumal die Leute nicht so gut zu sehen sind: Braun angezogen, verschwinden sie vor dem ockerfarbenen Hintergrund.
Immerhin habe ich mir die Lektion gemerkt, die Location etwas gründlicher zu begehen. Aber auch das hatte ich dann wieder vergessen, als es darum ging, die Familien der befreiten Wissenschaftler der Ratskulls zu befreien. Da wartete ich nach dem Gespräch mit den Wissenschaftlern darauf, dass es „ping! – Neue Location freigeschaltet“ macht. Machte es aber nicht. Da habe ich schon mit dem xml-Editor versucht, in die Scriptdateien reinzusehen, ob ich wohl das Script finde, was da nicht funktioniert. Später brachte mir der Blick in den Walkthrough die Lösung: die Richtungsangabe „Südwestlich von hier“ bezog sich auf die Location selbst — und nicht auf das Verhältnis einer neuen Location zu der, wo ich mich gerade befinde. Seufz. Brachte mich immerhin dazu, die Theorie aufzustellen, dass sich diese Richtungsangaben eben so lesen lassen: Wenns eine gibt, erst auf der Karte der Location suchen.
Was ich schade finde, ist, dass man auf der Übersichtskarte nur von einer Location zur anderen reisen kann, und nicht ins Blaue. Man kann schon am Anfang bei einer der Gangster-Gruppen, um deren Ausmerzung man sich verdient macht, eine Skizze finden, die Locations auf der Übersichtskarte angibt. Aber man muss dann weiterspielen, bis man diese Locations auch irgendwie freigeschaltet hat, d.h. man kann nicht einfach losreisen, um die Orte zu finden: das ist nicht gut durchdacht. Man sollte dadurch keinesfalls auf die Idee kommen, die ganzen Kisten etc. nicht mehr durchsuchen zu wollen, weil hin und wieder sehr wohl der neue Zugang zu einem Ort davon abhängt, das man was findet.
Das Spiel selbst erinnert mich alten Fallout-Spieler im Setting und in seinem Humor an den Klassiker. Erfreulich, dass nicht alles so bierernst geraten ist. Gut gefällt mir auch, dass man gleich von Anfang an eine Party zusammenstellen kann, also gleich zu sechst durch die Gegend reisen kann. Das ist auch bitter nötig, weil man mit weniger Leuten gar nicht genug tragen kann (weder von der Stärke her, noch von den Itemslots im Inventar)! Hhm, das bringt mich auf die Idee, mal auszuprobieren, wie weit man allein käme — man müsste doch sehr viel schneller aufsteigen, wenn man die ganzen Erfahrungspunkte allein einsammeln könnte? Jedenfalls wachsen einem die Party-Mitglieder schon ein bisschen ans Herz, und ich ertappe mich dabei, dass ich versuche, „zurückgebliebene“, d.h. nicht so schnell aufsteigende Partymitglieder dies und das auch mal alleine machen zu lassen, damit die die EPs einsacken.
Waffen und Skills sind ähnlich wie Fallout, die Skills nicht ganz so differenziert. Bei einigen ist gar nicht klar, wieso die überhaupt an die Partymitglieder vergeben werden können.
Zu The Fall gibt es eine englische Komplettlösung; im deutschen Forum sind die Infos ein bisschen dünne. Die Reloaded-Version, die ich spiele, hatte bisher keinen Bug: Toll.

Written by redeni

Mai 9, 2011 at 18:55

Veröffentlicht in Zeug zu spielen