Schweigen ist Silber

Reden ist ein anderes Edelmetall: Dies und das zum Reich der Fiktionen

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Duelist tanzen Martial Arts

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Der koreanische Film „Duelist“ ist ein merkwürdiges Kunstwerk. Als westliche Zuschauerin kann ich mich nur über die wild grimassierenden Schauspieler wundern, vor allem die weibliche Hauptrolle, bei der ich Mühe habe, die Emotionen zu „lesen“, weil die Grimassen so übertrieben sind. Der männliche Part ist dagegen blaß und leblos geraten, quasi zur Zeichnung erstarrt. Aber sehen wir mal davon ab!

Aber der ganze Film ist eine wunderbare Reihung von Szenen, nicht nur Kampfszenen, farbenprächtig, gekonnt geschnitten, toll choreographiert. Besonders eindrucksvoll sind die farblich gefilterten Nachtkampfszenen im Halbschatten, wobei hier „Halbschatten“ buchstäblich heißt, dass das halbe Bild im Schatten liegt.

(Die Polizei-Story ist so lala, die Liebesgeschichte der beiden Protagonisten nicht so recht zu erkennen; aber was solls. Ich habe ja auch schon das japanische Der yin yang Master gesehen, da ist das hier aus einer ganz anderen Liga.)

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Written by redeni

Juni 10, 2011 at 15:48

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Nimm zwei: Alias

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Hab mir die erste Staffel gekauft, in der Annahme, dass es mir gefallen würde: Agentenserie mit Gimmicks, von J. J. Abrams. Cloverfield war ja nicht so schlecht, fand ich (aber ich habe auch Blairwitch Project nicht gesehen, wo das mit der Wackelkamera ja mal anfing), abgesehen davon, dass Abrams es versäumt hat, Figuren in den Plot einzubauen, für deren Schicksal man sich interessiert. (Laber, sülz, warum hält der eigentlich immer noch seine Kamera?)

Nach mittlerweise 10 Folgen Alias, die ich meist im Doppelpack gesehen habe, bin ich mir immer noch nicht sicher, ob mir die Serie gefällt. Abgesehen natürlich von unrealistischen Dingen, die man bei Popcorn-Unterhaltung geübt erduldet (z.B. Heldin fällt 50m in die Tiefe und rappelt sich nach kurzer Bewusstlosigkeit wieder auf), abgesehen von dämlichen Plotelementen wie einem geheimnisvollen Renaissance-Wissenschaftler, der Technik toller als die heutige vorausgeahnt hat, abgesehen schließlich auch von dem etwas ermüdenden „ich weiß was was du nicht weißt“ — geht mir die Serie zu schnell. Zu viel Stoff pro Folge. Hat das mit meinem Alter zu tun?
Ich finde es toll, wenn Serien einen größeren Handlungsbogen erzählen, der über mehrere Folgen reicht. Twin Peaks war ja wohl mal der Anfang dieser Erzählweise, jedenfalls einer, den ich miterlebt habe. Bei Heroes und Battlestar Galactica (um die paar Serien zu nennen, die ich jüngst gesehen habe) spielt der „Zug zum Tor“ für die ganze Staffel ebenfalls eine Rolle. Auch bei Heroes ist eine Folge voll mit Entwicklungen und Figuren, mit mehreren Geschichten. Aber bei Alias habe ich ständig das Gefühl, als würde der Player auf Fast Forward stehen.
Trotzdem spannend, auch wenn das Halten ans Schema F sicherstellt, dass die Spannung nicht echt ist, sondern mit „wie kommt sie da bloß raus“ und „was ist denen wohl diesmal eingefallen“ sich begnügt.

Written by redeni

Juni 5, 2011 at 14:39

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